Viren und Trojaner – Gefahr auch für Smartphones?
Jeder zweite Deutsche hatte Umfragen zufolge schon einmal einen Virus oder Trojaner auf dem heimischen Computer. Die Gefahr, dass der eigene PC oder Laptop Opfer von Schadprogrammen wird, ist größer denn je, was auch die ständig steigende Anzahl von Anti-Viren Software zeigt.
Handys bislang kein Ziel
Während Viren, Würmer und Trojaner in den letzten 10 bis 15 Jahren für PCs und Laptops immer gefährlicher wurden, blieben Handys bislang davon verschont. Beim Kauf eines Notebooks oder neuen PCs achtet man natürlich darauf, eine moderne Antivirensoftware und Firewall gleich mit zu kaufen, während man beim Kauf eines modernen Smartphones wohl kaum einen Gedanken daran verschwendet.
Das hat zum einen den Grund, dass die bisherigen Mobiltelefone über keinen oder nur einen eingeschränkten Internetzugang verfügten und zum anderen, dass man die älteren Handymodelle nicht dazu nutzen konnte, andere Handys oder Computer zu infiltrieren. Denn ein unschlagbarer Vorteil aus Hackersicht ist die Möglichkeit, mit dem Infizieren weniger Computer eine weltweite Virenepidemie auslösen zu können.
Smartphones lösen PC als Angriffsziel ab
Ganz anders sieht es da bei modernen Smartphones aus, diese verfügen über Internetzugang per Wireless Lan oder den Netzanbieter, Bluetooth und eine komplexe Programmierung die man bisher nur von Computern kannte.
Im Moment ist allerdings der große Hackerangriff auf die Smartphones noch nicht erfolgt, dies hat nach Expertenmeinung den Grund, dass die Hacker sich lieber an altbewährte Opfer halten. So laufen etwa weltweit rund 55 Prozent aller Personal Computer mit dem über 10 Jahre alten Windows XP, da ist verständlich, dass die Hacker zuvor dieses Potential ausschöpfen wollen. Daher werden nach wie vor die meisten Viren, Trojaner und andere Schadprogramme für PC geschrieben die mit Windows XP laufen. Doch langsam ändert sich die Strategie der Hacker und Programmierer der Schadsoftware, da inzwischen mehr Smartphones als Personal Computer verkauft werden, ist es nach Meinung vieler Branchenkenner nur eine Frage der Zeit, bis die erste große Virenwelle die Smartphones erreicht.
Anzahl der Handyviren bislang gering
Bislang gibt es geschätzte 1000 Schadprogramme wie Viren, Trojaner oder Würmer die speziell für Smartphones entwickelt wurden, im Vergleich zu der gewaltigen Anzahl an Schadsoftware die für PCs entwickelt wurden, mutet diese Zahl im Moment noch nicht wirklich bedrohlich an. Doch es gibt auch schon erste Beispiele für großangelegte Angriffe auf Smartphones. So kam kürzlich das Android App Tap Snake auf den Markt, auf den ersten Blick lediglich ein harmloses Handygame. Doch Experten entdeckten, dass das Game ständig den Aufenhaltsort des Smartphone-Besitzers ermittelte, weitere Nachforschungen ergaben, dass die App in Wirklichkeit eine Spionagesoftware ist, die etwa im Bereich der Industriespionage eingesetzt werden kann.
Künftige Entwicklung
Im Moment ist die Gefahr für Smartphones noch sehr überschaubar, doch sie wächst Tag für Tag mit der ständig steigenden Zahl von Apps und der weltweiten Nachfrage nach Smartphones. Künftig wird man wohl nicht mehr umhin kommen, sich auch fürs Smartphone eine gute Antivirensoftware und Firewall zuzulegen.