Die Promi-Viren

Einige Viren, Würmer und andere Malware-Spezies haben sich über die Jahre durch ihre weite Verbreitung und ihre Schadwirkung aus der Masse hervorheben können und sind zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt.

Loveletter

Der bekannteste unter ihnen ist sicherlich der “Loveletter-Virus”, der sich im Jahre 2000 per E-Mail verbreitete. Durch einen vermeintlichen Liebesbrief wird das Interesse des Empfängers geweckt, sodass dieser die Datei im Anhang wie aufgefordert öffnet und den Virus aktiviert. Die Betreffzeile “ILOVEYOU” und der Text “Kindly check the attaced loveletter coming from me” konnte innerhlab weniger Stunden unzählige Nutzer rund um den Globus täuschen und verhalf dem “Lovebug”, der von den Philippinen stammte, zu einer rasanten Ausbreitung. Bei Aktivierung konnte er sich an alle Adressen und Newsgroups im jeweils befallenen E-Mail-System weiterleiten, bestimmte Dateien überschreiben und Nutzerdaten stehlen. Der Gesamtschaden wird auf 5,5 Mrd. US-Dollar beziffert. Darüber hinaus ist dieser als Virus bezeichnete Schädling ein gutes Beispiel für die Vermischung der Malware-Arten: Denn gemäß der Definition ist der “Lovebug” eigentlich ein Wurm.

Form

Der Form-Virus war lange Zeit weit verbreitet und tritt auch heute noch sporadisch auf. Seine Schadfunktion ist eher begrenzt und besonders unter alten Windowsversionen kaum bemerkenswert, was ihm aber zu einer entsprechend größeren Ausbreitung verhalf. Der “Form”-Virus ist ein Bootsektorvirus, der am achtzehnten jedes Monats ausgelöst wird. Er verursacht einen Klickton bei jedem Tastenanschlag und verursacht Bootprobleme bei Computern, die unter Windows NT laufen.

Michelangelo

Der König unter den alten DOS-Viren infizierte 1991 und 1992 unzählige PCs, indem er sich über die damals noch gängigen Disketten verbreitete. Zum Geburtstag des berühmten Künstlers im Jahre 1992 wurde er aktiviert und überschrieb Teile der PC-Funktionen, sodass alle Daten für die meisten Nutzer unlesbar wurden und diese sie durch die Formatierung der Festplatte zerstören mussten.

Melissa

Der nach einer Erotikkünstlerin benannte Wurm verbreitete sich im Jahre 1999 und richtete durch den Befall vieler großer Firmen wie IBM oder Microsoft erhebliche wirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 80 Mio. US-Dollar an. Diese mussten angesichts der massenhaft über die Betriebsserver verschickten E-Mails, die die Netze überlasteten, ihre Systeme herunterfahren.

Code Red

Der Code Red – Virus war ein Denial-of-Service – Programm, das bestimmte Webserver mit einer Flut von Anfragen beschoss, bis diese schließlich zusammenbrachen. Auch das Weiße Haus war mit seiner Internetseite betroffen. Die Weiterentwicklung namens Nimda verbreitete sich 2001 innerhalb von knapp 20 Minuten zum am weitesten verbreiteten Schadprogramm.

Slammer

Auch der Slammer-Wurm überlastete 2003 die Netze weltweit und sorgte 30 Minuten nach dem Start des Schadskripts eine erhebliche Verlangsamung des INternets rund um den Globus.
Ein Jahr später griff ein nachträglich “MyDoom” getaufter und der bis heute am schnellsten verbreitete E-Mail Wurm um sich, der unter anderem gezielt die Präsenz des damals unbeliebten SCO-Konzerns angriff.

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