Der Wurm

Ein Computerwurm versucht im Gegensatz zum klassischen Virus, seine Verbreitung über Netzwerke selbständig voranzutreiben. Dafür benutzt und benötigt er sogenannte “höhere Ressourcen”.

Darunter fallen beispielsweise eine Wirtsapplikation, Netzwerkdienste oder auch eine Interaktion des Benutzers. So kann er sich über das Versenden infizierter E-Mails oder durch IRC-, Peer-to-Peer- und Instant-Messaging – MMS ausbreiten.
Ein Wurm muss dabei nicht zwangsläufig eine spezielle schädliche Routine implantiert haben. Jedoch bindet er auf dem befallenen System Ressourcen für seine Weiterverbreitung und kann dadurch bereits einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten – oft einen viel höheren als ein Virus. Auch die Belastung von anderen Systemen im Netzwerk, wie Mailserver, Firewall oder Router, kann dadurch stark gesteigert werden. Gezielte Überlastungs-Angriffe auf bestimmte Systeme waren in Vergangenheit keine Seltenheit.

Verbreitung und Tarnung

Sehr verbreitet ist die Übertragung und Verbreitung von Würmern über den E-Mail – Versand. Wird ein Wurm aktiviert, durchsucht er im Mailprogramm des Wirts sämtliche Kontaktlisten und versendet heimlich an alle gefundenen Adressen eine E-Mail mit sich selbst im Anhang. Der Benutzer des befallenen PCs bekommt hiervon nichts mit. Die Empfänger dieser Mails müssen nun allerdings die Mail und die infizierte Datei im Anhang öffnen, um dem Wurm die Aktivierung auf diesem PC zu ermöglichen. Daher versucht das Programm durch verschiedene Tricks und Methoden, das Interesse des Empfängers an der Mail zu wecken, ohne dass dieser sich der Gefahr des Anhangs bewusst ist. Zu diesen Methoden zählt unter anderem die Androhung strafrechtlicher Verfolgung oder das Versprechen, viel Geld zu verdienen. Auch vermeintlich private Fotos oder pornographische Inhalte sind ein beliebtes Mittel. Des Weiteren wird oft versucht, die “.exe” – Endung des Dateinamens durch doppelte Dateiendungen oder lange Dateinamen auszublenden.

Hintertüren und Kreuzungen

Eine andere Methode der Ausbreitung besteht für den Wurm über Sicherheitslücken und Hintertüren im System des anvisierten Nutzers. Über ungesicherte Programme oder Netzwerkfunktionen kann der Wurm auf den Rechner gelangen und von dort aus nach weiteren Rechnern suchen. Auch Chatprogramme wie “MSN” sind aufgrund ihrer Internetanbindung anfällig für Wurmattacken: Von einem infizierten Account aus werden Links an alle Chat-Kontakte gesendet. Klicken diese auf den Link, installiert sich der Wurm auf deren PC und breitet sich weiter aus. Auch Handywürmer, die sich zum Beispiel über Bluetooth ausbreiten können, sind bereits aufgetreten.
In der Realität sind aber auch vermehrt Mischformen und Kreuzungen der Malware-Arten anzutreffen. Oft besitzen Würmer auch Eigenschaften der Viren oder bedienen sich Trojanischer Pferde zum Öffnen von Hintertüren auf dem System.

Um sich gegen Würmer zu schützen, muss der Nutzer zu aller Erst seinen eigenen Verstand zu Rate ziehen und seine Bequemlichkeit überwinden – denn viele Würmer zielen bei der Verbreitung nicht auf die Unsicherheiten des Systems, sondern vielmehr auf die Unachtsamkeit des Users selbst. Des Weiteren sollte in jedem Fall ein Schutzprogramm in Form eines Anti-Virus sowie eine Firewall installiert und regelmäßige Sicherheitsupdates durchgeführt werden.

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